Warum ist Proteinzufuhr wichtig?
Proteine zählen zu den essenziellen Makronährstoffen, die für zahlreiche Funktionen im Körper verantwortlich sind. Sie dienen als Bausteine für Muskeln, Organe, Haut und Haare und sind außerdem unerlässlich für die Bildung von Enzymen und Hormonen. Eine ausreichende Proteinzufuhr trägt zur Erhaltung der Muskelmasse, zur Unterstützung des Immunsystems und zur allgemeinen Gesundheit bei.
Besondere Bedeutung für Frauen
Gerade für Frauen ist eine angemessene Proteinzufuhr wichtig, da sie häufig einen erhöhten Bedarf während bestimmter Lebensphasen wie Schwangerschaft, Stillzeit oder Wechseljahre haben. Auch bei regelmäßigem Sport oder körperlicher Arbeit steigt der Proteinbedarf. Proteine helfen, Muskelabbau vorzubeugen und unterstützen die Regeneration nach Belastung.
Wie kann man den Proteinbedarf decken?
Der tägliche Proteinbedarf hängt von Faktoren wie Alter, Gewicht, Aktivitätslevel und Gesundheitszustand ab. Allgemein wird empfohlen, etwa 0,8 bis 1,2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu konsumieren, manche Quellen gehen sogar von einem Bedarf von 2 g pro Kilogramm Körpergewicht aus.
Gute natürliche Proteinquellen sind Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen. Auch in Getreideprodukten wie Quinoa und Hafer ist Protein enthalten. Dabei sind tierische Proteine für den Körper meist besser verfügbar, da sie den körpereigenen Proteinen im Aufbau ähnlicher sind als pflanzliche.
Beispiel: Eine 60 kg schwere Frau benötigt je nach Aktivitätslevel etwa 48–72 Gramm Protein pro Tag (0,8–1,2 g pro Kilogramm Körpergewicht).
Zur Deckung dieses Bedarfs könnte sie beispielsweise folgende Lebensmittel nutzen:
Etwa 200 g Magerquark liefern ca. 24 g Protein
100 g Hähnchenbrust etwa 22 g
2 Eier rund 14 g und
100 g gekochte Linsen ca. 9 g Protein.
Kombiniert man diese Lebensmittel im Tagesverlauf, lässt sich der Bedarf leicht erreichen. Auch pflanzliche Alternativen wie 150 g Tofu (ca. 18 g Protein) oder 30 g Erbsenproteinpulver (ca. 24 g Protein) sind geeignete Optionen, um die Proteinzufuhr sicherzustellen
Welche Proteinpulver gibt es: Grundsätzlich kann man zwischen tierischen Proteinquellen und veganen Alternativen unterscheiden. Tierische Protein-Ersatzprodukte:
Whey Protein: Dieses Protein wird aus Molke gewonnen und enthält alles essenziellen Aminosäuren.
Kaseinprotein: Wird langsamer vom Körper aufgenommen und eignet sich daher ideal als Mahlzeitenersatz oder für die Einnahme vor dem Schlafengehen.
Eiprotein: Wird aus dem Eiweiß von Hühnereiern gewonnen und ist eine gute Alternative für Menschen mit Milchunverträglichkeit.
Vegane Protein-Ersatzprodukte: Vorteile und Nachteile
Für Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren oder auf bestimmte Allergien Rücksicht nehmen müssen, gibt es zahlreiche Ersatzprodukte wie Soja-, Erbsen- oder Lupinenprotein. Diese sind oft als Pulver, Riegel oder fertige Mahlzeiten erhältlich.
- Vorteile: Viele Ersatzprodukte sind leicht verfügbar, vielseitig einsetzbar und bieten eine gute Alternative für Allergiker oder Menschen mit bestimmten Ernährungsvorlieben. Sie sind meist fettarm und können gezielt zur Deckung des Proteinbedarfs eingesetzt werden.
- Nachteile: Manche Produkte enthalten Zusatzstoffe, künstliche Aromen oder Zucker. Zudem ist die biologische Wertigkeit pflanzlicher Proteine oft geringer als die von tierischen Quellen, weshalb eine abwechslungsreiche Kombination verschiedener pflanzlicher Proteine empfohlen wird.
Zu den gängigsten pflanzlichen Proteinquellen in Ersatzprodukten zählen Soja, Erbsen, Lupinen, Reis und Hanf.
- Sojaprotein: Soja liefert ein vollständiges Aminosäureprofil, ist also besonders hochwertig. Es ist gut bekömmlich, vielseitig einsetzbar und allergenarm. Nachteil: Menschen mit Sojaallergie oder eingeschränkter Verträglichkeit sollten darauf verzichten, und der Geschmack ist nicht immer jedermanns Sache.
- Erbsenprotein: Diese Proteinquelle ist ebenfalls gut verträglich, enthält viele essentielle Aminosäuren und eignet sich besonders für Allergiker, da es gluten- und laktosefrei ist. Der Nachteil ist ein oft leicht erdiger Geschmack und eine geringere biologische Wertigkeit im Vergleich zu tierischen Proteinen.
- Lupinenprotein: Lupinen sind reich an Eiweiß und Ballaststoffen, arm an Fett und bieten eine gute Alternative für Menschen mit Sojaunverträglichkeit. Ihr Nachteil liegt in einem teilweise bitteren Eigengeschmack und der Tatsache, dass Lupinen bei manchen Personen Allergien auslösen können.
- Reisprotein: Reisprotein ist hypoallergen und leicht verdaulich, allerdings enthält es weniger Lysin, eine essentielle Aminosäure, weshalb eine Kombination mit anderen pflanzlichen Quellen sinnvoll ist.
- Hanfprotein: Hanf liefert neben Protein auch Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sowie Ballaststoffe. Es ist glutenfrei, hat jedoch einen ausgeprägten, leicht nussigen Geschmack und eine etwas geringere Proteinkonzentration als andere Quellen.
Der Vorteil vieler dieser Ersatzprodukte ist ihre Vielseitigkeit und die gezielte Anpassung an unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse – etwa bei Unverträglichkeiten, veganer Ernährung oder Sport. Sie sind oft fettarm, enthalten jedoch gelegentlich Zusatzstoffe oder Aromen. Tierische Proteine wie Milchprodukte oder Eier werden im Vergleich dazu schneller und vollständiger vom Körper aufgenommen, liefern meist ein vollständiges Aminosäureprofil, können aber Allergene enthalten und sind für vegan lebende Personen nicht geeignet. Pflanzliche Proteinquellen punkten mit Nachhaltigkeit und Verträglichkeit, sollten aber abwechslungsreich kombiniert werden, um eine ausgewogene Versorgung sicherzustellen.
Heute gibt es unzählige Proteinprodukte auf dem Markt, und es ist schwer, sich da zurechtzufinden. Jeder Hersteller hat seine eigenen Sorten mit unterschiedlicher Zusammensetzung und Preiskategorie. Grundsätzlich sollte man sich erst einmal entscheiden ob man den Bedarf über eine tierische oder pflanzliche Quelle decken möchten. Dann sollte man seinen eigenen Proteinbedarf und die ungefähre Zufuhr in der eigenen Ernährung miteinander vergleichen, um zu wissen wie groß das eigenen Defizit eigentlich ist. Für welches Pulver man sich dann letztendlich entscheidet ist individuell. Je nach Vorlieben und Geldbeutel. Die meisten Pulver unterscheiden sich wenig im enthaltenen Proteinanteil. Jedoch sollte man zumindest eine Blick auf die Zutatenliste werden. Viele Zusatzstoffe oder zugesetzter Zucker sind nicht empfehlenswert.
Fazit
Eine ausgewogene Proteinzufuhr ist für die Gesundheit unverzichtbar – insbesondere für Frauen, die in bestimmten Lebensphasen oder bei sportlicher Aktivität einen erhöhten Bedarf haben. Die Deckung des Proteinbedarfs kann sowohl über klassische Lebensmittel als auch über Ersatzprodukte erfolgen, wobei auf eine hohe Qualität und Vielfalt geachtet werden sollte.
